„Mehrsprachigkeit die Norm - Einsprachigkeit die Ausnahme“

Prof. Dr. Franco Finco



Mehrsprachigkeit ist geschichtlich und global gesehen kein Sonderfall, sondern die Norm – im Sinne von allgegenwärtig, alltäglich und weit verbreitet. Jeder Mensch ist mehrsprachig. Wir alle pendeln täglich zwischen verschiedenen Sprechweisen (Umgangssprache, geschriebene Sprache, Dialekt, Fremdsprache(n), Fachsprache) und begegnen (im Supermarkt, in der Schule, in Medien, auf Reisen ...) einer Vielfalt von Sprachen und Sprachvarietäten. Mehrsprachigkeit bedeutet also, dass sich jemand in mehreren Sprachen oder Sprachvarietäten verständigen kann – egal auf welchem Kompetenzniveau. Während die Zwei- oder Mehrsprachigkeit früher als Störfaktor beim Erlernen von Hochsprachen angesehen wurde, ist diese Ansicht heute völlig umgekehrt. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen beweisen die Vorteile des mehrsprachigen Lernens nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen.

Dabei wird zwischen individueller Mehrsprachigkeit, die sich auf den einzelnen Menschen bezieht, territorialer Mehrsprachigkeit, die den Sprachgebrauch in mehrsprachigen Staaten oder Regionen meint, und institutioneller Mehrsprachigkeit, das heißt die Verwendung mehrerer Arbeitssprachen in Institutionen, unterschieden.


Univ.-Prof. Dr. Franco Finco Institut für Mehrsprachigkeit und Transkulturelle Bildung Institut za raznojezičnost in transkulturno izobraževanje Istituto per il plurilinguismo e l'educazione transculturale Institute of Multilingualism and Transcultural Education Pädagogische Hochschule Kärnten, Viktor Frankl HS A-9020 Klagenfurt am Wörthersee - Kaufmanngasse 8 Tel: +43 (0)463 508 508 509 E-Mail: franco.finco@ph-kaernten.ac.a

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