Dialogplattform Kärnten nach 2020: postnationalistisch

2. Themenbereich: postnationalistisch


Thesen: „So viel Heimat als nötig und so wenig nationaler Ballast wie möglich, nationalistische Denk- und Verhaltensweisen transformieren, von kontroverser zu dialogischer Erinnerung, länderverbindende Funktion der slowenischen Volksgruppe, regionale und europäische Identität fördern“


Nationalismen transformieren: Welche menschlichen Bedürfnisse werden durch die Nation erfüllt? Karl Popper hat 1945 in der „ Offenen Gesellschaft und ihre Feinde“ den Nationalstaat als irrationale und romantische Utopie bezeichnet und den Nationalismus als „Relikt eines urinstinktlichen Gefühls der Stammeszusammengehörigkeit“ definiert. Die Folgen übersteigerter Wertegefühle, Überhöhung der eigenen Nation und gegenseitige Abgrenzungen haben im letzten Jahrhundert einen hohen Blutzoll gefordert sowie ideelle und materielle Werte vernichtet. Gegenseitiger Respekt, Begegnung auf Augenhöhe, fairer Wettbewerb ohne Machausübung, Neugierde für andere Kulturen und Sprachen sind einige der Attribute für ein gedeihliches und verständnisvolles Zusammenleben der Völker. Was haben wir aus der Vergangenheit gelernt und was bleibt noch zu tun?


Friedensregion Alpen- Adria vertiefen: Die europäische Integration hat zu einer erfreulichen Verbesserung der politischen, wirtschaftlichen und zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Kärnten und Slowenien geführt. Die Wunden der Vergangenheit sind vernarbt. Wie müssen wir uns verhalten, um die Narben endgültig zu heilen? Vorrangig sind die kontroversen Erinnerungskulturen dies- und jenseits der Karawanken aber auch der beiden Volksgruppen im Lande, überzuleiten in dialogisches Erinnern, wie es die Kärntner Konsensgruppe vorgezeichnet hat. Wahrheit und Versöhnung müssen die Zielsetzungen sein, um Rückfälle in alte Verhaltensmuster zu verhindern. Welcher Beitrag muss hierzu sowohl von den slowenisch- als auch den deutschsprachigen Organisationen erbracht werden? Welche Funktion hat die slowenische Volksgruppe zu übernehmen in den nachbarstaatlichen und den europäischen Beziehungen?


Heimat- Nationalstaat- Europäische Gemeinschaft: Die naturgemäß enge Beziehung zur näheren Heimat schließt nicht Identitäten mit größeren Gemeinschaften aus. Die Identifikation mit größeren Gemeinschaften erweitert provinzielle und nationale Enge, vergrößert die persönlichen und ökonomischen Möglichkeiten und schafft ein neues Gefühl der Zusammengehörigkeit. Was muss von jedem Einzelnen hierzu beigetragen werden?



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