Dialogplattform Kärnten nach 2020: konfliktlösungsfähig

Aktualisiert: 30. Nov. 2021

1. Themenbereich: konfliktlösungsfähig


Synopsis: „Aufarbeitung der nationalen Gegensätze (Bereitschaft kreieren, auf die in der Vergangenheit liegenden sozialen, ökonomischen und politischen Konfliktursachen einzugehen), Klärung der hinter den Positionen stehenden Interessen und Bedürfnisse, Win- Win- Situation suchen, latente Konflikte frühzeitig aufgreifen, künftigen Konflikten, z. B. mit und zwischen Zuwanderern oder zwischen den Generationen, präventiv vorbeugen, politische Gräben überwinden.“


Alternative Konfliktlösung: Im privatrechtlichen Bereich werden zunehmend alternative Streitlösungsverfahren angewandt, wie beispielsweise bei Scheidungen, Konflikten in und zwischen Unternehmen etc. Die Methoden der Mediation, Konfliktlösung durch die Streitteile selbst unter Anleitung eines allparteilichen Dritten, eines Mediators, bewähren sich hierbei hervorragend zur Schaffung einer Gesprächsbasis und zu einer nachhaltigen Konfliktlösung. Dabei stehen im Vordergrund die Konfliktursachen, die beiderseitigen Interessen und Bedürfnisse und ein mögliches Win- Win- Ergebnis. Diese Vorgangsweisen eignen sich in gleicher Weise für alle latenten und offenen Konflikte im öffentlichen Bereich. Die Bereitschaft, sich den Konflikten zu stellen, bildet die Grundvoraussetzung. Die Vorstellung eines spannungsfreien Zustandes und der Wille, ihn zu schaffen, ermöglichen erst, den Weg der Konfliktbearbeitung zu beschreiten. Welche menschlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen müssen hierzu gegeben sein oder entwickelt werden? Oder umgekehrt, welche dürfen nicht vorherrschen?


Kärntner Volksgruppenkonflikt: Die letzten 100 Jahre haben in Kärnten gezeigt, dass Machtausübung, nationales Denken und gegenseitige Abgrenzungen keine Basis für die Überwindung der Spannungsverhältnisse zwischen den Volksgruppen bilden. Es bedarf geeigneter Gesprächs- und Begegnungsforen auf unpolitischer Ebene, um aufeinander zuzugehen, das Schweigen zu durchbrechen, dem Widerpart zuzuhören, die Motive und die Bedürfnisse zu verstehen suchen, den eigenen Beitrag zum Konflikt und dessen Aufrechterhaltung zu erkennen, erlittenes Unrecht zu vergeben und zugefügtes Unrecht einzugestehen.


Konfliktlösungskompetenz: Es gilt für alle Konflikte, sie frühzeitig zu analysieren und ihnen präventiv entgegen zu wirken. Die sich verändernde Welt wird uns immer mit neuen Aufgaben konfrontieren, wie es derzeit die Corona- Pandemie, der Klimawandel und die Integration der Migranten darstellen. Der Erwerb von Kompetenzen zur Konfliktlösung auf allen privaten und öffentlichen Ebenen wird hilfreich für ihre Bewältigung sein.



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